Institut für Philosophie der RAW

Universität Kiel

ZENTRUM ZUM STUDIUM DER DEUTSCHEN PHILOSOPHIE UND SOCIOLOGIE

 

WISSENSCHAFTLICHE UND AUßERWISSENSCHAFTLICHE DENKFORMEN

SYMPOSIUM

(Moskau, 04-09 April 1995)

 

Moskau-Kiel

1996


INHALT

Kurt Hübner. Vorwort

Wjatscheslaw Stjopin. Die Grundlagen der Wissenschaft und lhre Soziokulturelle Demension

 

W.A.Lektorski. Wissenschaftlisches und außerwissenschaftlisches Denken:  eine gleitende Grenze

 

Kurt HübnerAufstieg vom Mythos über den Logos zur Wissenschaft?   Eine wissenschaftrstheoretische Frage

 

Hermann Lübbe. Wissenschaft und Religion nach der Aufklärung. Über den kulturellen Bedeutsamkeitsverlust wissenschaftlicher Weltbilder

 

T.I. Oiserman . Philosophie als die Einheit der wissenschaftlichen ind außerwissenschaftlichen Erkenntnis

 

Nikolaus LobkoviczBemerkungen über Religion, Theologie und Religionswissenschaft

Hans Poser. Regeln als Denkformen. Über Wahrheit und Konvention  in den Wissenschaften

Hans LenkSchemainterpretationen und Interpretationskonstruktionismus

I.T. KassawinZum begriff Grenzenfahrung

Anatolij Kezin Ideale der Wissenschaftlichkeit und Parawissenschaften

 

W.N. Porus. Paradoxa der wissenschaftlichen Rationalität und Ethik

Abdussalam A.GussejnowMoral und Vernunft

 

Manfred Riedel. Menschenrechtsuniversalismus und Patriotismus:  Kants politisches Vermächtnis an unsere Zeit

 

Norbert Hinske. Die Kritik der reinen Vernunft und der Freiraum des Glaubens: Zur Kantrezeption des Jenaer Frühkantianismus

A.Rutkewitsch. Der wissenschaftliche Status der Psychoanalyse

M.K. Trofimowa. Die Gnosisprobleme aus der Sicht der koptischen  Schriften der ersten  Jahrhunderte unserer Zeitrechnung

Yu.A.DanilovHarmonie und Astrologie bei Kepler

 

WolfgangDeppert.  Mythische Formen in der Wissenschaft:   Am Beispiel der Begriffe von Zeit, Raum und Naturgesetz

 

Werner  Becker. Gemeinschaft und Gesellschaft:  Über sozialphilosophische Grundbegriffe  und einige historische Zwangsläufigkeiten

 

Karl Acham. Soziologismus und Wertproblem: Ein Beitrag zur Philosophie der Sozialwissenschaften


Teure deutsche Kollegen, die Teilnehmer des ersten Moskauer Symposiums von Zentrum zum Studium der deutschen Philosophie und Soziologie!

Im Namen des Zentrum begrüsse ich Sie aufs herzlichste. Wir sind Ihnen äussert dankbar für Ihre wohlwollende Bereitschaft uns durch das Teilnehmen an diesen Symposium wesentlich zu helfen.

Das Studium der deutschen Philosophie bildet eine alte Tradition in Russland. Bereits in der Mitte des vorigen Jahrhunderts diskutierten heftig die russischen Denken von Hegel und Schelling. Am Anfang dieses Jahrhunderts waren alle Hauptschrifen von Kant, Fichte, Schelling, Hegel in russischer Sprache herausgegeben. Zu dieser Zeit sind fast alle Werke von F.Nietzsche, E.Mach, R.Avenarius dem russischen deser zugänglich geworden. Ausserdem erschienen ebenfalls einzelne Werke anderer deutschen Philosophen, die Bücher von W.Dilthey, E.Hartmann, W.Windelband, H.Rickert, M.Weber, O.Spengler u.a.

Im daufe der letzten 60 Jahren sind beinahe alle Schriften der Klassiker deutscher Philosophie systematischerweise, wissenschaftlich-kritisch als sämtliche Werke veröffentlicht worden. Wir haben beispielweise in russischer Sprache 14 Bände der Werke Hegels, 8 Bände Kants Werke u.s.w. Nach dem zweiten Weltkrieg erschienen in russischer Ausgaben einige Bücher von R.Carnap, H.Reichenbach, Ph.Frank, K.Jaspers, N.Gartmann. Jetzt wird im Rahmen des Instituts für Philosophie der Russischen Akademie der Wissenschaften die zweisprachige vierbändige Ausgabe von Werken Kants unternommen. Der erste Band ist bereits im vorigen Jahr herausgegeben.

In die letzten 10 Jahren erschienen in russischen Ausgaben auch einige Werke der heutigen deutschen Philosophen. Aber die meisten deutschen  Philosophen der Gegenwart bleiben den russischen desern fast unbekannt.

Wir sind selbstverständlich mit dieser Sachlage unzufrieden. Die Gründung unseres Zentrums wird zum Studium, zur Erforschung, zum Herausgeben in russischer Sprache der Werke von heutigen deutschen Philosophen und Sociologen bestimmt. Eine aus solchen Editionen ist schon verwirklicht: das Buch von Kurt Hübner “Die Kritik der wissenschaftlichen Vernunft”. Es ist natürlich nur der Anfang; wir bereiten jetzt vor neue deutsche Bücher zur Verfügung den russischen desern.

Die Aufgabe dieses Symposiums bestecht in der Vertiefung unserer Kentnissen, unseres Begreifen der heutigen deutschen Philosophie und Soziologie. Das Teilnehmen an diesem Symposium der namhaften deutschen Philosophen der Gegenwart wird der lösung dieser Aufgabe dienen. Aus diesem Anlass möchte ich Ihnen, teure deutsche Kollegen, unsere tiefe Erkenntlichkeit zum Ausdruck bringen.

Teodor Oiserman,

Prof. Dr.Dr.h.c., ordentliches Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften.